Diana Naneva:
Ich illustriere pure Emotion.
Jahreszeit der Flucht
Mein Name ist Diana Naneva. Ich wurde in Varna geboren und habe mich während meiner Schulzeit vor allem auf die Druckgrafik konzentriert.
Zurzeit verfeinere ich meine Maltechnik an der Nationalen Kunstakademie, doch in den letzten zwei Jahren hat mich die Illustration und der Comic immer stärker angezogen.
Ich habe Comics schon immer als Kunstform bewundert, aber erst in jüngerer Zeit sind sie für mich zu einem Medium persönlicher Ausdruckskraft geworden. Natürlich habe ich in dieser Zeit häufig mit Autorinnen und Comictextern zusammengearbeitet.
Was ich hier zeigen möchte, ist in erster Linie eine selbstverlegte Arbeit – eine kleine Sammlung kurzer Comics, von denen einige auch eine Prise Poesie enthalten. Die Geschichten sind nicht fortlaufend und folgen keinem erzählerischen Bogen. Mehrere Figuren tauchen auf, und jede von ihnen ist in ihren Handlungen und Worten vollkommen aufrichtig … genau das war mein Ziel mit diesem Projekt.
Funktionaler Nachbar
Funktional … ein Drang nach Produktivität und Nützlichkeit. Nachbar … weil er immer in der Nähe ist. Wenn ich überall sein könnte, wäre ich es. Und wäre ich eine Maschine, würde ich wohl genauso heißen.
Ich glaube, dass man im Grunde alles selbst lernt, und ein großer Teil meiner Übung und meines zeichnerischen Analysierens war immer selbstinitiiert. In der Schule, als wir entsprechende Fächer und Spezialisierungen hatten, begeisterte ich mich stark für grafische Techniken, und nach dem Abschluss begann ich, mich für die Arbeit mit Farbe zu interessieren. Allmählich, durch diesen Prozess und in genau dieser Reihenfolge, tauchte ich vollständig in die Welt der Illustration ein.
Der Comic als Form vereint ein ganzes Spektrum von Künsten. Es gibt keine Grenzen für Stil oder Ausdrucksmittel. Im Comic kann man zugleich Erzählerin und Künstlerin sein.
Jan Bibijan
Das war das erste Mal, dass ich an einem Kinderbuch gearbeitet habe, obwohl ich schon lange das Interesse und den Wunsch dazu hatte. Bisher habe ich Novellen für Erwachsene, Kurzgeschichten, Gedichte und Comics illustriert – dieses Projekt lag also eindeutig außerhalb meiner Komfortzone. Beim Lesen des Textes ließ ich mich vor allem von der Emotion und dem Gefühl leiten, die er in mir auslöste – aber das gilt eigentlich für jeden Text oder jedes Skript, das ich illustriert habe.
Bevor ich mit den Illustrationen begann, war ich neugierig und suchte nach älteren und fremdsprachigen Ausgaben des Buches. Trotzdem hielten wir an der Idee fest, eine frische und andere Perspektive zu bieten. Das visuelle Konzept und die Haltung zur Geschichte von Jan Bibijan stammen vollständig von mir.
Ich illustriere gern Geschichten mit mehreren Bedeutungsebenen.
Im Moment arbeite ich an mehreren Projekten gleichzeitig und muss ständig zwischen ihnen hin- und herwechseln. Vielleicht sorgt gerade das dafür, dass mein Tag abwechslungsreich bleibt, denn jede Geschichte und jedes Projekt verlangt nach einem anderen Ansatz – Langeweile hat in so einem Prozess keine Chance. Ich stehe noch ganz am Anfang eines neuen, eigenen Comics und nutze jede freie Minute, um an der Geschichte zu arbeiten. Außerdem arbeite ich mit mehreren Drehbuchautorinnen und -autoren an unterschiedlichen Erzählungen zusammen, über die ich bald mehr verraten kann.
Feuerlocke