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Book Three

Gespensterwüste

Dies ist die Welt, in der die Geschichte
des dritten Buches spielt.
Die Karte zeigt die Schlüssellocations aus dem Buch.
Klickt auf sie, um mehr zu erfahren.

  • Der Dampfer Mississippi

    Sie befanden sich irgendwo in der Mitte des Flusses, an Bord eines alten, rostigen und fest verankerten Dampfschiffs. Nichts um sie herum kam ihnen vertraut vor. Eigentlich konnte man diesen Teil des Waldes kaum noch einen Wald nennen – er hatte seine Farbe vollständig geändert, von Grün zu Rot.
  • Der Angriff der Spinne

    Verstrickt in die silbrigen Fäden eines riesigen Netzes, das zwischen zwei der schwertartigen Pflanzen gespannt war, lag Peter völlig reglos da. Über ihm thronte eine gewaltige, fette Spinne, die gerade dabei war, ihre frisch gefangene Beute einzuwickeln, und leise vor sich hin summte.
  • Fidos Baumhaus

    Vor ihren Augen erschien ein großes Haus, gebaut auf einer stabilen Plattform, die von den dicksten Ästen des Baumes herabhing. Die fleischige Krone war buchstäblich von innen ausgehöhlt worden, wie eine riesige Wassermelone, die jemand mit einem Löffel sauber ausgeschabt hatte.
  • Die Rote Wüste

    „Gut. Jetzt hört genau zu“, sagte Fido, während er aufmerksam die weite Ebene musterte, die sich vor ihnen ausbreitete. So weit das Auge reichte, lag ein karges Feld, nur hier und da von kleinen Baumgruppen unterbrochen.
  • Der Kampf mit den Gorgonen

    Aus der roten Dämmerung über ihren Köpfen schossen drei albtraumhaft hässliche, furchterregende Kreaturen mit großer Geschwindigkeit auf sie zu. Auf den ersten Blick schienen es Frauen zu sein – ihre grünliche, schuppenbedeckte Haut glimmte matt im schwachen Licht, das hier als Tageslicht durchging.
  • Im „Walsbauch“

    Sie waren in etwas geraten, das auf den ersten Blick dem Inneren eines Schiffs ähnelte – zumindest erweckten die gewaltigen Rippen, die direkt aus dem Boden aufragten und außen mit irgendeinem groben Material bedeckt waren, diesen Eindruck. Wie groß die gesamte Struktur war, ließ sich nicht sagen, da ihre Umrisse weit in der Dunkelheit verschwanden.
  • Vor dem „Walsbauch“

    Niemand weiß, was für ein Ungeheuer hier seine Knochen hinterlassen hat oder woher es kam. Auf jeden Fall ist es schon lange tot – übrig geblieben sind nur das gewaltige Skelett und die versteinerte Haut. Und wie ihr seht, ergibt das einen ziemlich brauchbaren Wohnplatz.
  • Die „Wachen“ der Insel

    „He, du dort!“ rief einer der Wachen – ein kleiner, fürchterlich verwahrloster Hahn, gekleidet in zerrissene Jeans, ein buntes Hemd, dem die Hälfte der Knöpfe fehlte, und Stiefel mit riesigen, klirrenden Sporen.
  • Neue Begegnungen mit alten Bekannten

    Bevor einer der Reisenden blinzeln konnte, fanden sie sich plötzlich von drei hochgewachsenen Gestalten umringt, die dicht in lange Umhänge gehüllt waren, ihre Gesichter hinter Masken verborgen. In ihren Händen glitzerten matt lange Metallklingen.
  • Ritterliches Duell

    Der Bildritter war so etwas wie ein grob zusammengeschweißtes Eisen­gestell auf Rädern – eine seltsame Art selbstfahrender Vorrichtung, die sich mit furchtbarem Knarren und Klirren vorwärtsbewegte und dabei wie ein Betrunkener von einer Seite zur anderen schwankte, da ihre Räder offenbar nicht ganz gleich groß waren.
  • Der zerbrochene Freddy

    Das Versteck war nur schwach beleuchtet, und zunächst konnte Pouchy überhaupt nichts erkennen. Doch bald hatten sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt, und sie sah, dass ihre Freundin auf dem Schoß … einen riesigen ausgehöhlten Kürbis hielt, aus dem zwei abgebrochene Stöcke hervorragten, zu einem Kreuz zusammengebunden.
  • Ein Gerichtsverfahren

    Vom oberen Stockwerk des Gebäudes traten die drei schrecklichen Gorgonen hervor. Diesmal waren sie in lange Togas gekleidet, die frei um sie her wehten, und zwischen ihnen hing auf einer improvisierten Trage ein massiver Käfig – darin lag Fido, zusammengerollt wie ein Ball.
  • Der gestohlene Altar

    Endlich! Einer nach dem anderen begannen die massiven Steinsäulen zu schwanken und langsam zu Boden zu stürzen. Ja! Perfekt! Sie würden es also doch schaffen. Es war höchste Zeit.
  • Der Vulkan

    „Tu nicht so, als wärst du dumm“, sagte Herr Laptsev mit schiefem Lächeln. „Du weißt längst, was ich vorhabe – gib es zu. Ha, ha, ha … Also, wen werfen wir heute in den Schlund des Vulkans?“
  • Ballonflug

    „Den Ballon fertig machen!“ befahl Herr Laptsev knapp. „Und bindet sie gut fest – ich will da oben in der Luft keinen Ärger mit ihr!“

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  • Hits: 1253

Bilder aus der Gespensterwüste

Szenen, in denen Feuerlocke entdeckt,
dass neue Freundschaften und Mut
selbst die dunkelste Magie überwinden können.

Buch Drei – ausgewählte Szenen

  • Die geheimnisvollen Besucher

  • An Bord der
    „Mississippi“

  • Der Kampf gegen die
    Gorgonen

  • Im Bauch
    des Wals

  • Mitternachtsgefecht

  • Ritterliches
    Duell

  • Ein gerichtliches
    Verfahren

  • Der gespenstische
    Nerod Laptsev

  • Ballonfahrt

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  • Hits: 946

Die geheimnisvollen Besucher

Es war nur eine Frage der Zeit
, bis jemand jenseits des Bildschirms das Wort ergriff.
Doch dies ist weder ein Virus noch ein Rätsel –
es ist eine Stimme, die nach einem Zuhause sucht.

Als Anne einige Tage später den Computer wieder eingeschaltet vorfand, wurde sie nicht einmal wütend. Sie hatte schlicht keine Zeit dazu – auf dem Bildschirm blinkte bereits in fetten Buchstaben die Nachricht: „Berühre die Tastatur nicht!“

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Gedanken zur Szene

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Manchmal tragen die kleinsten Wesen die größte Bedeutung. In dieser charmanten und zugleich leise unheimlichen Szene entdecken wir, dass Anne unwissentlich Ameisen aus Ameisolini in die wirkliche Welt mitgebracht hat. Es ist ein Moment, der die eigenartige Mischung aus Realismus und Fantasie im Buch perfekt einfängt: Die Wesen sind nicht magisch, aber sie bedienen ihren Computer mit verblüffender Präzision, unter dem Kommando des still brillanten Ingenieurs Dan. Die Vorstellung, dass eine Schar Ameisen die Tastatur besetzt hat, um über den Computer zu kommunizieren, ist zugleich komisch und beunruhigend. Welches Kind hat sich nicht schon vorgestellt, dass seine Maschine ein geheimes Eigenleben führt?

Die Rückkehr von Rucksäckchen – Annes geliebtem Rucksack – ist ebenso herzerwärmend. Ihr Wiedersehen, vermittelt durch die neue Kommunikationsmethode der Ameisen, ist mit perfekter Leichtigkeit erzählt. Es markiert das Wiedererwachen der magischen Verbindung zum Gespensterwald, zeigt aber auch, wie zerbrechlich und unvollständig diese Verbindung geworden ist. Die geschwärzte Glaskugel, einst ein Portal, liegt nun reglos da – ihr Schweigen ein Zeichen dafür, wie fern der Wald geworden ist. Und doch weigert sich die Szene, in Verzweiflung zu versinken: Sie deutet einen neuen Weg an, eine Lösung, vielleicht sogar eine Neuerfindung.

Diese erste Szene handelt ganz von stillen Anfängen – Signalen im Rauschen, Flüstern aus einer Welt, die unerreichbar schien. Der letzte Band der Trilogie beginnt nicht mit einem Knall, sondern mit einem winzigen Schritt zwischen den Dimensionen: einer einzelnen Ameise, die über eine Tastatur krabbelt.

⸻ ❦ ⸻

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Gedanken zur Szene

Anne

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Read more …Buch III – Szene 01: Die geheimnisvollen Besucher

  • Hits: 565

An Bord der „Mississippi“

Roter Nebel, seltsame Pflanzen,
eine gespenstische Stille.
Anne erwacht auf dem Deck.
Die Ameisen sind da,
aber der Wald ist nicht mehr derselbe.

Erst jetzt sah Rucksäckchen genauer hin – und schnappte ebenfalls nach Luft. Der Gespensterwald, ohnehin immer für Überraschungen gut, hatte sich diesmal selbst übertroffen. Dichte, tief hängende Wolken verdeckten alles um sie herum, und die Luft war erfüllt von feinem rotem Staub, der das Atmen schrecklich erschwerte.

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Gedanken zur Szene

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– ❦ –

Diese Szene markiert einen Wendepunkt: Annes fantastische Welt, einst magisch und üppig, ist nun zu einer trostlosen, vergifteten Landschaft geworden. Für Leser, die sie seit Buch I begleiten, ist diese Verwandlung ebenso erschütternd wie symbolisch. Als Peter zum ersten Mal begreift, dass der Gespensterwald wirklich existiert, spiegelt seine fassungslose Reaktion die jedes Außenstehenden wider, der plötzlich in das innere Universum eines anderen hineingestoßen wird – besonders eines, das von Trauma, Abenteuer und Wachstum geprägt ist.

Doch dies ist nicht mehr der verspielte Wald aus sprechenden Igeln und harmlosen Gespensterspielen. Stattdessen liegt hier ein verbranntes, lebloses und bitter verwandeltes Land. Das Bild der einst majestätischen „Mississipy“, die nun rostend in einem roten Fluss liegt, setzt den Ton: Wir befinden uns tief in den Folgen einer Katastrophe, deren ganzes Ausmaß noch niemand versteht.

Und dann ist da Peter. Im Gegensatz zu Annes verhärteter Entschlossenheit verkörpert er Verletzlichkeit, Panik und den menschlichen Instinkt, sich an das Vertraute zu klammern. Seine Tränen und seine Angst werden nicht verspottet – Anne und Rucksäckchen nehmen sie sanft auf, wenn auch nicht ohne ein wenig Spott. Zum ersten Mal erkennt Peter, dass Annes Geschichten niemals bloß Geschichten waren. Es waren Zeugnisse.

Diese Reflexion handelt nicht nur von einem zerstörten Wald. Sie handelt davon, was geschieht, wenn andere endlich beginnen, deiner Wahrheit zu glauben – genau in dem Moment, in dem diese Wahrheit selbst monströs und kaum noch wiederzuerkennen geworden ist. Für Anne ist diese Bestätigung kaum ein Trost. Jetzt beginnt die schwerere Aufgabe: sich in einer Welt zurechtzufinden, in der einst ihre Vorstellungskraft blühte, in der nun aber Überleben und Sinn aus Asche neu geschmiedet werden müssen.

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Beteiligte Figuren

  • Anne

  • Rucksäckchen

  • Peter

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Read more …Buch III – Szene 02: An Bord der „Mississippi“

  • Hits: 553

Der Kampf gegen die Gorgonen

Sie folgten ihm durch Staub und Stille.
Doch die Stille verriet sie.
Nun ist er fort – und sie müssen weitergehen,
verwundet, verängstigt und völlig allein.

Aus der roten Dämmerung über ihren Köpfen tauchten mit unglaublicher Geschwindigkeit drei albtraumhaft hässliche, furchterregende Kreaturen auf.

Auf den ersten Blick sahen sie wie Frauen aus, ihre grünliche, schuppige Haut glänzte stumpf im schwachen Schimmer, der hier als Tageslicht durchging.

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Gedanken zur Szene

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Fido, der wilde kleine Krieger der Roten Wüste, wirkt unaufhaltsam – bis zu dem Moment, in dem er es nicht mehr ist.

Diese Szene trifft wie ein Schlag. Nicht nur wegen des monströsen Erscheinungsbildes der Gorgonen (obwohl Dianas Illustration uns den Schrecken keineswegs erspart), sondern weil etwas im inneren Gefüge der Erzählung zerbricht: unsere Annahme, dass Loyalität und Mut ausreichen, um zu siegen. Fido kämpft wie ein Held, beschützt wie ein Wächter, blutet wie eine Legende – und trotzdem wird er fortgeschleppt.

Doch was diese Szene wirklich vertieft, liegt unter dem Kampf selbst: Die Gespenster, die Fido überfallen, sind keine Fremden. Es sind seine Gespenster. Spielzeuge, die er zerstört hat. Bindungen, die er selbst zerbrochen hat. Diese Lektion haben wir bereits mit Anne gelernt – aber Fido noch nicht. Er trägt seine Vergangenheit wie eine verschlossene Kiste mit sich herum und weigert sich, hineinzusehen. Deshalb verfolgen ihn die Gespenster nicht aus dem Schatten – sie stürzen sich frontal auf ihn.

Hier dreht die Gespensterwüste das Messer tiefer: Selbst in einer Welt aus Magie und Erinnerung ist niemand sicher vor dem, womit er keinen Frieden geschlossen hat. Der Wald ist nicht mehr nur Annes Prüfung – er ist auch ein Spiegel für andere. Für Peter. Für Fido. Für alle.

Und dann ist da die Stille nach dem Kampf. Ein Umhang im Staub. Ein Kind, das um jemanden weint, den es für unzerstörbar hielt. In einem Buch voller Windhosen und Rätsel ist es ausgerechnet dieser einfache Moment, der am tiefsten schneidet: die Angst, jemanden zu verlieren, der uns Sicherheit gegeben hat.

Fido ist verschwunden. Und plötzlich sind wir nicht mehr sicher, ob diese Geschichte überhaupt ein glückliches Ende haben wird.

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Beteiligte Figuren

  • Anne

  • Rucksäckchen

  • Peter

  • Fido der Zwerg

  • Die Gorgonen

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